Michael von Brentano


  • Garmisch-Partenkirchen ist in drei Himmelsrichtungen von markanten Gebirgszügen umgeben.Im Süden das imposante Zugspitzmassiv mit der Alpspitze und dem höchsten Berg Deutschlands, im Nordwesten das schroffe Kramergebiet mit dem Kramerspitz und im Nordosten das weitläufige Estergebirge, mit dem Wank. Vom freien Vorplatz des neuen Finanzamtes aus sind die felsigen Abhänge, Kare, Waldflächen und Gipfel zu sehen.




  • Die drei Bergmassive bilden zusammen einen weiträumigen Kessel, welcher sich durch den Flusslauf der Loisach von Westen her kommend nach Norden hin öffnet.



  • Seit Jahrhunderten hat die Bevölkerung die natürlichen Gegebenheiten zunächst land- und forstwirtschaftlich, und vor allem heute für den Tourismus genutzt. Es ist eine vielfältige Kulturlandschaft entstanden, deren Weiterentwicklung sich in erster Linie an der Präsenz des Eindrucks von „wilder Natur“ um den Ort herum orientiert.



  • Das kalkige Felsgestein wurde in Jahrmillionen in urzeitlichen Meeren von Lebewesen gebildet und durch gewaltige Erdkräfte in die Höhe gepresst. Der frei liegende Fels verwittert. Frost bildet Spalten und Risse, Regen und Bäche schwemmen ihn aus. Er wird von Gletschern geschliffen und von Winden zerfurcht.







  • Letztlich wird der Fels zu rundlichem Schotter geformt, in Flußbetten gelagert und weiterbefördert.



  • Berge und Flüsse sind Fels und Geröll. Sie sind Sinnbild der fortschreitenden Zeit, der wandelnden, konstruktiven, schaffenden Kräfte, welche nicht nur für die Kreisläufe natürlicher Vorgänge wichtig sind. Im übertragenen Sinn gilt dies auch  für das Zusammenspiel aller volkswirtschaftlichen Kräfte.



  • Die Skulpturen sind Abformungen der von den Naturkräften gebildeten Strukturen. Abformungen von Felsformationen aus dem Wetterstein-, Ammer- und Estergebirge sowie des Flussbetts der Loisach.



  • Die Abformungen sind in schwarzen Architekturbeton transformiert. Sie sind auf Stahlstützen horizontal liegende Reliefs, und einer darunter befindlichen „Insel“ aus Ziegelsplitt bzw. EPDM Granulat.



  • Die polygonalen Außenformen ergeben sich aus der Topographie sowie aus der jeweiligen Felsformation. Die schwarze, teils ins dunkelgrau changierende Farbigkeit und Stofflichkeit des Betons erzeugt eine „Veredelung“ des Ausgangsmaterials Kalkgestein.



  • Die Inselformen auf den Standorten der  Außenbereiche ergeben sich aus dem Aneinander- und Übereinander legen  von Kreisformen, welche sich einerseits auf die topographische Situation, andererseits auf die Umrisse der Schollenelemente beziehen: Ihre Umrisse sind deren „kontrolliert amorph“ ausufernden Umrisse.



  • Geht man in den Servicebereich , kann man bei einem Blick in den Innenhof die Fortsetzung des Konzepts sehen. Hier ist das vierte Element. Es trägt die Struktur des Loisachkiesbetts. Zusätzlich hat es große Lochaussparungen, durch die der Bambus wachsen kann.